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Archiv für den Monat März 2009

Ich hab vierzehn Stunden fuer etwa 500km benoetigt,und die waren nicht sonderlich angenehm,nachdem ich einer der letzten im Bus war und mit der hintersten Reihe vorlieb nehmen musste,wo man die Lehne natuerlich nicht zurueck klappen konnte. Nun gut,wenigstens konnte ich mich schnell mit meinen Leidensgenossen anfreunden,ein franzoesisches Paar,Anfang dreissig,Christoph und Celine. Sehr sympathische Menschen,nur ist das Vergnuegen eher kurz gewesen,da wir gaenzlich verschiedene Teile von Koh phangan im Sinn hatten. Ich hab dann ein Bungalow gefunden,und die Zeit genuetzt um vor der Darkmoon Party noch etwas Schlaf zu bekommen.
p3250187-largeSeilspiele alla Thai,und es war gut.

Es verlief nur natuerlich mal wieder alles nicht so,wie eigentlich gedacht. Als erstes hab ich das Gemeinschaftstaxi verschlafen,was dann mit der Stirnlampe am Kopf ein etwas laengerer Weg war,bis ich ein anderes fand,wo ich den Fahrer erst runterhandeln musste und ich zwar schlussendlich mit einem Haufen Vorfreude dort ankam,diese aber schnell getruebt wurde. Seit neuestem verlangt man naemlich 300Baht Entry Fee und damit hatte ich dann noch etwa 100Baht uebrig,nur kein Bier und Zigaretten natuerlich ebensowenig. Der Knackpunkt war,dass ich meine Karten im Hotelsafe hatte,wegen Razorartists und anderen Gefahren.
Angepisst? yes.,
Hat dann soweit gefuehrt,das ich etwas getan habe,was ich nicht fuer moeglich hielt,ich hab mich einer Gruppe deutscher angebiedert,die so ziemlich genau dem Klischee des Mallorca Ballermanns entsprechen. Bisschen Mitleid und immer schoen laecheln,wenn sie etwas zum Besten gaben.

„Ballerman1:Du bist aus Wien und ganz allein unterwegs? Ich:Ja, hatte keine Wahl,aber es ist okay so,koenntest du mir nur vielleicht ne Zigarette geben? Ich bin etwas auf Entzug. Ballerman1: Klar,hier haste. Ist sogar meine letzte! Ballermann2: Haste dann noch genug Kohle? Ballermann1 mit dreckigem Grinsen: jaja,die Thainutte ist schon noch drin! “

Fuer den zweiten Tag wollte der Bungalowbesitzer dann ploetzlich mehr,worauf ich mich nach Chaloklum im Norden aufmachte,weil dort eine renommierte Tauchschule ihre Basis hat,Taxi war mir dann zu teuer und ich hatte Lust zu gehen,war an dem Tag besonders schoen (keine Ironie) weil es alle zwanzig Minuten einen mittleren Wolkenbruch gab. Bei einem 7eleven auf dem Weg lernte ich dann einen Amerikaner kennen,er klagte ueber Schnittverletzungen an den Fuessen,nachdem er an Korallen angekommen ist und ich bot ihm „secondskin“,worauf wir dann ins Gespraech kamen. Es hat jedenfalls damit geendet,das mal wieder alle Plaene ueber den Haufen geworfen wurden und wir noch am selben Tag nach Koh Tao weiterwollten,der Taucherinsel schlechthin. Er brachte mich dann mit seinem Moto in den Sueden der Insel zum Hafen,nur damit wir sahen das die letzte Faehre bereits weg ist. Dafuer gab es eine Poolparty,aber er musste erstmal seine Sachen wieder aus dem Norden holen,und damit wir nicht mit dem 1200Baht teuren Taxi fahren muessen,borgte ich mir auch ein Bike aus.

Aus Interresse wollten wir dann auf den hoechsten Berg der Insel,ist eine Sandstrecke mit Schlagloechern in der Groesse von Kanaldeckeln und Thais mit SUVs. Der Zeitpunkt an dem es dann lustig wurde,war als die Strecke von stetigen Bergauf zu einer Sinuslinie mutierte und ich absolut keinen Gegendruck auf der Hinterradbremse spuehrte. Es schien als wuerde sie einfach fehlen,als waere dieser Bremshebel nichts als eine Zierde der Symmetrie willens. Die Frontbremse hingegen war das absolute Gegenteil,touchy like hell. Es war klar dass das nicht lange gutgehen konnte,nachdem ich praktisch keine Moeglichkeit hatte zu bremsen ohne einen Ueberschlag mit Genickbruch oder was auch immer zu riskieren,aber nun gut. Irgendwann kam ich gerade an einen Gipfel des U der gleichzeitig eine Kurve war und ich konnte dem Schlagloch nicht mehr ausweichen und Bremsen schien keine gute Idee,aber ich tat es natuerlich trotzdem worauf ich auch recht schnell die Kontrolle verlor,aber ich glaube so war es immernoch besser als mit 20kmh mehr den Schotter zu kuessen und ich liess mich fallen,oder habe mich zumindestens nicht dagegen gewehrt und ja,als ich wieder etwas sehen konnte,lag ich auf dem Ruecken und das Bike mitsamt seinem Gewicht auf meinem rechten Schienbein.
Gedankengang: “ I^m boned.“ Was ich irgendwie faszinierend fand,weil ich durch dieses konstante Englisch,das ich hier rede mittlerweile sogar in der Sprache denke und traeume.
Matt hat es dann schnell von mir runtergezogen,befreite damit mein Bein und zur Hoelle,ich konnte stehen! Keine Knochen in die Mitleidenschaft gezogen,und vor allem keine Zaehne obwohl ich zum teil mit dem Gesicht aufschlug.
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Steine sind die neuen Skalpelle,clean cuts!
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und noch ein paar kleinere Sachen ueber den Koerper verstreut und meine Nase hat es am Ansatz auch etwas erwischt,aber es ist nur bei bestimmten Bewegungen etwas unangenehm und geschwollen aber soweit ich es sehe,nicht verschoben oder gebrochen. Ich hatte einen Haufen Glueck.

Desinfiziert wurde es mit Betaisodona und etwas Baneocin,schien mir wichtiger als geringe Narbenbildung und potenziell schnellere Heilrate ( SteriStrips funktionieren kaum mehr nach Betaanwendung)
Reparatur des Bikes,10.000 Baht,unschoen.

Jedenfalls bin ich nun in Koh Tao,fange morgen mit den Theoriestunden fuer den Tauchschein an und warte bis ich zumindestens eine schoene Kruste habe.

Anekdote oder eher Bild zum Schluss:ttt

WTF?

Glossar:
Koh Phangan-tattoo: Bezeichnung fuer die Narben nach Unfaellen mit Motos auf der Insel

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Ich bin gestern um 6.40 a.m in Bangkok gelandet,Fluege waren wirklich okay,nach Katar hatte ich dank eines halbvollen (leeren?) Flugzeuges sogar eine ganze Reihe fuer mich,was ich auch nutzte,um mich ganz unvornehm der Laenge nach hinzulegen,hat definitiv mehr Comfort geboten als in der doppelt so teuren Businessclass,welche gaenzlich gefuellt wurde. Dieser Luxus ist mir dann beim Anschlussflug leider nicht vergoennt gewesen,dafuer gab es diesmal eine sitzeigene Entertainmentanlage,wo ich mir klischeehaft den neuen Nicolas Cage Streifen reinzog,“Dangerous in Bangkok“. Zumindestens die ersten 20minuten,als der Effekt der Vorfreude mal vorbei gewesen ist,wurde der Film naemlich abgrundtief flach (Oxymori sind *hrhr*)

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Eine schneebedeckte Gebirgsformation im Libanon. Es war seltsam ueber dieses Land zu fliegen,von oben schien es so friedlich,nur unten tobte vor kurzem noch ein Krieg mit tausenden Toten.

Als ich dann in Bangkok ankam,blieb ich auch nicht lange alleine.Ich lernte naemlich schon im Bus in die Stadt einen anderen Backpacker kennen,Steff. Ist ein 34jaehriger ziemlich entspannter Hollaender der eigentlich Physiotherapeut ist,aber momentan bei einem Projekt der Stadt Rotterdam uebergewichtigen Kindern beim abnehmen hilft. Jedenfalls suchten wir dann dann mein Hotel und erkundeten gemeinsam Bangkok. Es gibt praktischerweise eine TukTuk Tour fuer die ganzen Dinge,hat uns nichteinmal etwas gekostet,nachdem sie von einem Bekleidungsgeschaeft gesponsert wird. Der Fahrer hat uns dann nach drei Stationen hingebracht,wo wir zehn Minuten lang Interresse fuer ueberteuerte Anzuege vorheucheln mussten und dann gehen konnten. Seine Provision entsprach fuenf Litern Benzin und wir ersparten uns 50 Baht an Fahrtkosten,durch zwei waeren das etwa vierzig Cent…

Eigentlich wollten wir uns dann noch den koeniglichen Palast geben,doch Steff hatte nur Flipflops an und das waere etwas unhoeflich gewesen.Tragisch fanden wir es dann beide nicht,da es nicht mein letzter Tag in Bangkok bleiben wird und wir taten das,was man dort ziemlich schnell tut,man setzt sich einfach irgendwo gemuetlich hin und verbringt den Abend,sich unterhaltend bei einem Bier,welches hier uebrigens verflucht gut ist.
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Freundschaft fuer einen Tag,aber vielleicht sehen wir uns in ein paar Wochen in koh Phangan wieder,sollte ich solange dort bleiben.

Anekdote:
Als ich mit Steff am Bahnhof war,um unsere jeweiligen Busse zu bekommen,und wir mit dieser Frau im Buero sassen,sah ich unter der Glasplatte des Tisches einen kleinen Zettel mit einem Zitat aus „Forrest Gump“ das mir etwas zu denken gegeben hat:

„Life is like a box of chocolates. You never know what you’re gonna get.“

Ob das der beste Slogan fuer ein Transportunternehmen ist..?